Der Hintergrund ist real. Immer mehr Nutzende stellen ihre Fragen direkt an LLMs statt an Google. Gartner prognostizierte bereits 2024, dass organischer Suchtraffic auf kommerzielle Websites bis 2026 um 25% sinkt - weil Informationsbeschaffung und Beratung zunehmend über AI-Systeme laufen. Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit in AI-Antworten wird geschäftskritisch. Wer dort nicht vorkommt, verliert Reichweite - unabhängig vom Google-Ranking.
Die Frage ist nur: Welche Maßnahmen lohnen sich tatsächlich, und wo ist der Hype größer als der Nutzen?
Welche Maßnahmen wirken – sortiert nach Sinnhaftigkeit
Gut verstehbarer Content und zitierfähige Inhalte
Die wirksamste GEO-Maßnahme ist gleichzeitig die älteste Empfehlung im Content Marketing: verständlich schreiben. Ein prägnanter Einführungstext, der in den ersten 40 bis 60 Wörtern klar benennt, worum es auf der Seite geht, ist für AI-Systeme genauso entscheidend wie für menschliche Lesende. LLMs extrahieren bevorzugt Inhalte, die direkte Antworten liefern, Quellen nennen und klare Faktenaussagen machen - ohne Hedging, ohne Fülltext.
Forschungsergebnisse zeigen, dass Content mit Quellenangaben, Statistiken und eindeutigen Aussagen die AI-Sichtbarkeit um 30 bis 40% verbessern kann. Das ist keine neue Technologie. Das ist handwerklich guter Content.
FAQ, klassisches SEO und schema.org
FAQ-Bereiche sind für GEO besonders wertvoll, weil AI-Systeme Content im Frage-Antwort-Format bevorzugt verarbeiten. In Kombination mit FAQ-Schema im JSON-LD-Format wird dieser Content maschinenlesbar und damit doppelt nützlich - für klassische Suchmaschinen und für LLMs.
Gleiches gilt für sauberes technisches SEO: eine logische Hx-Struktur, korrekte Canonical-Tags, eine aktuelle Sitemap und eine gepflegte robots.txt bilden das Fundament, auf dem AI-Crawler arbeiten. GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot parsen JSON-LD zuverlässig. Die wichtigsten schema.org-Typen für GEO sind Article, Organization, FAQ und HowTo. Wer diese strukturierten Daten automatisiert aus dem Content generiert - wie wir das bei Leuchtfeuer für unsere Kunden tun - spart Aufwand und stellt Konsistenz sicher.
Diese Maßnahmen sind bewährt, messbar und haben einen klaren Doppelnutzen für SEO und GEO.
Grounding Pages und llms.txt – hier wird es dünn
Grounding Pages sind ein neuerer Ansatz: maschinenlesbare Seiten, die eine Organisation als semantischen Anker für AI-Systeme definieren - mit stabilen Definitionen, klaren Abgrenzungen und einheitlicher Struktur. Die Spezifikation liegt in Version 1.6 vor (Mai 2026). Die Idee ist nachvollziehbar, aber kein großer AI-Anbieter hat Grounding Pages offiziell als Standard anerkannt.
Ähnlich verhält es sich mit llms.txt - einer Markdown-Datei im Root-Verzeichnis, die LLMs auf die wichtigsten Inhalte einer Website verweisen soll. Die Adoption liegt bei etwa 10% der untersuchten Domains. Allerdings: Weder OpenAI noch Google noch Anthropic bestätigen, llms.txt in ihren Produktivsystemen zu nutzen. Googles John Mueller hat explizit gesagt, dass kein AI-System llms.txt aktuell verwendet. Tatsächlich relevant ist das Format bisher vor allem für IDE-Agenten wie Cursor, GitHub Copilot oder Claude Code. In der Praxis sehen wir bisher übrigens selbst bei unseren wirklich großen Kunden keinerlei Zugriffe auf diese Datei.
Beide Ansätze schaden nicht. Aber der ROI ist fraglich, und wer hier Zeit investiert, sollte zuerst sicherstellen, dass die Grundlagen aus den vorherigen Abschnitten stehen.
Fazit – guter Content bleibt die beste Optimierung
Die Rangfolge ist eindeutig: Verständlicher, zitierfähiger Content ist die wirksamste GEO-Maßnahme. FAQ-Bereiche, sauberes SEO und schema.org-Auszeichnungen verstärken die Sichtbarkeit messbar. Grounding Pages und llms.txt sind interessante Entwicklungen, aber aktuell eher Kür als Pflicht.
Die gute Nachricht: Wer bereits in guten Content und solides technisches SEO investiert, hat den größten Teil der GEO-Arbeit bereits erledigt. Wer unsicher ist, wo der eigene Content steht - wir beraten gerne.
P.S.: Wir arbeiten übrigens gerade an dem Thema GEO Monitoring - dazu erscheint demnächst ein weiterer Blogpost.