Leuchtturm Feld

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Eindrücke von den TYPO3 DevDays 2026

Mit sieben Leuten haben wir uns auf den Weg zu den diesjährigen TYPO3 Developer Days im GenoHotel in Karlsruhe gemacht. Für einige war es das erste Mal, andere sind alt eingesessene DevDays-Gänger. Daher konnten wir als Gruppe auf die guten Erfahrungen des Vorjahres zurückgreifen, sodass wir uns auch dieses Jahr wieder im Premier Inn einquartiert haben.

TYPO3 DevDays 2026 Publikum im Vortrag

Picture by Markus Luigs/TYPO3

Wir wussten auch, dass wir ob des vor uns liegenden Fußwegs vom Hotel zum Conventionground uns morgens etwas eher auf die Socken machen müssen, damit wir noch einen Platz in den Eröffnungstalks des Tages ergattern können. Das war aber kein Problem, im Gegenteil: Bei schon morgens sommerlich-warmen Temperaturen waren wir sehr froh darüber, der Hitze auf dem Hin- und Rückweg durch das angenehm schattige Wäldchen entkommen zu können, das zwischen uns und dem GenoHotel lag. Angekommen und mit einem kühlen Getränk ausgerüstet haben wir uns dann überraschen lassen, was die DevDays 2026 für uns zu bieten haben.

Besuchte Vorträge

Wir sind eine bunt gemischte Truppe, insofern bringt jeder seine eigenen Gedanken und Interessen mit. Das haben wir uns zunutze gemacht und uns je nach persönlichem Interesse in die Vortragsräume aufgeteilt, sodass wir aus beiden zeitlich parallel stattfindenden Talks die jeweiligen Erkenntnisse haben mitnehmen können. Wir haben uns nebst den Inhalten außerdem notiert, welche Vorträge uns gefallen haben und welche nicht – analog zu der Bewertungsmöglichkeit über die Tablets vor Ort, über die man beim Verlassen eines Talks seine Meinung über einen Daumen hoch oder Daumen runter kundtun konnte.

Unsere firmeneigene Auswertung ergibt, dass sich im positiven Bereich unserer Bewertungsskala alle Vorträge auf einem Level befanden. Es gab nicht diesen einen "Must see"-Vortrag, sondern jeder hatte seine Momente und stand den übrigen in nichts nach. Zwei Vorträge haben eine Stimme mehr bekommen als der Rest, daher greife ich die als unsere Toppicks heraus:

Painting With the Web ist einer der beiden. Die Essenz dessen, was uns vermittelt wurde, ist, dass Designer mehr entwickeln und Entwickler mehr designen sollten. Jeder sollte nebst seinem Inselwissen alles ein bisschen verstehen. Das ist keine Neuigkeit, aber gerade in crossfunktionalen Teams eine unabdingbare Voraussetzung für eine exzellente Zusammenarbeit.

Der zweite Top-Pick ist Refactor Like a Pro. Unser großes Learning ist, dass jeder von uns ein Stück weit die Angst abbauen muss, funktionierenden Bestandscode während des Tagesgeschäfts zu modernisieren. Der Vortrag hat uns aufgezeigt, dass es am einfachsten ist, existierenden Code anzupassen, wenn man etwas links und rechts über den Tellerrand dessen hinausblickt, an dem man gerade programmiert.

Wenn es Top-Picks gibt, muss man die Frage stellen, ob es auch ein Pendant auf der anderen Seite gibt. Und in der Tat ist ein Talk im negativen Bereich unserer Bewertungsskala gelandet. Ich habe überlegt, ob ich näher darauf eingehen soll, aber sachliche Kritik gehört mit dazu:

Wir waren alle enttäuscht von der Keynote. Nicht aus handwerklicher Sicht, dahingehend war es der wahrscheinlich beste Talk der DevDays. Aber inhaltlich ist sie sehr blass ausgefallen: Anstatt eines Rückblicks hätten wir uns einen Blick in die Zukunft gewünscht. Es hätte mehr Mitreißen, mehr Heißmachen auf die DevDays als solche gebraucht – stattdessen gab es eine sehr lange Werbung für das Surfcamp, für das wir alle zu alt sind, und in Summe zu wenig entwicklerbezogene Themen. Die Einstiegsveranstaltung ist uns schlichtweg diesen "Wow"-Effekt schuldig geblieben, der ein solches mehrtägiges Event prägt.

Recap

Dieses gewisse fehlende Etwas zieht sich wie ein roter Faden durch das Gros der von uns besuchten Talks. Bei uns hat sich der Eindruck manifestiert, dass diese 2026er DevDays eher einen Konferenzcharakter hatten, als dass sie dem Motto "Von Entwicklern für Entwickler" folgten. Für mich persönlich waren es die ersten DevDays und ich habe mir von den Talks mehr erwartet, ohne dass ich es genauer zu präzisieren vermag. Es ging mir zu wenig um das Coden als solches.

Ich habe leider den Fehler gemacht, den Vorträgen beizuwohnen, obwohl ich vom Typ her mehr aus Hands-on und Diskussionen  als aus Frontalvorträgen rausziehe. Ich wäre daher wohl deutlich besser bei den vielen Beiträgen vom Campfire aufgehoben gewesen, die genau ebenjenen Barcamp- bzw. unseren firmeninternen Openspace-Charakter auf die DevDays geholt haben.

So oder so stand für mich sowie meine Kollegen ohnehin mehr das Drumherum im Fokus:

Einige von uns haben sich zertifizieren lassen, manche saßen gar in beiden Prüfungssessions, die auf den DevDays angeboten wurden. So kommt es, dass wir unsere gültigen Zertifizierungen verdoppelt haben – ein voller Erfolg. Insbesondere hervorzuheben ist, dass wir neben unserem Integratoren- und Developerwissen auch unsere Kenntnisse im Bereich der Editoren erfolgreich unter Beweis gestellt haben: Vier bestandene TCCEs bringen wir aus Karlsruhe mit zurück nach Hannover.

Die traditionsreiche Coding Night hat dafür gesorgt, dass wir die Mechaniken und Workflows für die Core-Contribution erlernt haben.

Vor allem bleiben aber die vielen Gespräche über sowohl fachbezogene als auch insbesondere fachfremde Themen hängen. Egal, ob sie auf den Gängen zwischen Tür und Angel oder am Tisch beim Essen stattgefunden haben: Der Austausch mit unterschiedlichen Leuten ist immer etwas, das lohnenswert ist. So kam zum Beispiel heraus, dass mein Hobby des Kartfahrens von anderen durchaus geteilt wird – und nur 16 Autominuten vom Conventionground liegt eine Kartbahn. Vielleicht gibt es neben der Bowlingnight kommendes Jahr auch ein Rennen unter ein paar TYPO3lern. :)

Foto: Markus Luigs/TYPO3