Leuchtturm Feld

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Ende gut, alles gut – So lief mein Azubi-Abschlussprojekt

884 Tage, 3 Prüfungen, 29 Seiten Projektdokumentation und viele, viele Tassen Kaffee – Das ist die Bilanz meiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse bei Leuchtfeuer. Über das letzte Kapitel meiner Ausbildung, mein Abschlussprojekt, berichte ich in diesem Blogbeitrag.

Das Abschlussprojekt

Am Ende jeder Berufsausbildung muss man für einen erfolgreichen Abschluss beweisen, dass man die nötigen Kompetenzen und Fähigkeiten erworben hat, um vollständig in den Beruf einzusteigen. Für Fachinformatiker:innen geschieht dies mit einem Abschlussprojekt. Der/die Azubi muss dieses eigenständig im Ausbildungsbetrieb durchführen, eine ausführliche Projektdokumentation anfertigen und schließlich das Projekt in einer mündlichen Prüfung vorstellen und verteidigen. Nachdem mir genau dies nun erfolgreich gelungen ist, möchte ich den gesamten Prozess einmal Revue passieren lassen.

Aller Anfang ist schwer

Am Anfang des Abschlussprojekts steht natürlich die Themenfindung: Es sollte etwas sein in dem man bereits Erfahrung gesammelt hat, aber trotzdem neu und einzigartig genug um als eigenständiges Projekt zu zählen. Außerdem muss es etwas sein, das das eigene Berufsfeld passend repräsentiert. Und: Es muss in einem strikten Zeitrahmen von 40 Stunden bewerkstelligt werden, inklusive ausführlicher Dokumentation.

Dazu kam noch erschwerend hinzu, dass ich der erste Azubi in DPA bei Leuchtfeuer war. Nicht nur das: Es gibt auch deutschlandweit nur wenige Azubis in diesem Beruf, sodass es kaum Themen für bereits absolvierte Abschlussprojekte gab, an denen ich mich orientieren konnte. Zum Glück war ich bei dieser Entscheidung nicht auf mich allein gestellt, sondern konnte mich mit meiner Teamleiterin und einem erfahrenen Ausbilder beraten. Somit fiel die Wahl auf ein Thema, welches bereits lange auf unserer Agenda stand: Ein einheitlicher CI-Workflow für unsere Mautic-Plugins.

Um sicherzustellen, dass die Daten- und Prozessanalyse nicht zu kurz kommt, wurde besonders viel Wert auf die anfängliche Auswertung des Ist-Zustandes und die Optimierung von Durchführungszeiten gelegt.

Der Alltag ruft

Nachdem der Projektantrag akzeptiert wurde, muss man sich noch bis zum offiziellen Beginn des Bearbeitungszeitraums gedulden. Dieser beträgt zwar knapp 2 Monate, aber abzüglich der Berufsschulzeit hat man eher 1 Monat für sein Projekt zur Verfügung. Das sind zwar deutlich mehr als die 40 Stunden Durchführungszeit, aber das ist auch gut so. Denn: Der normale Arbeitsalltag geht während dieser Zeit weiter. Auch wenn natürlich die Priorität beim Abschlussprojekt liegt und das gesamte Team dafür sorgt, dass man sich so gut wie möglich darauf konzentrieren kann: Wenn ein Kollege krank ist oder ein akutes Problem auftaucht, dann muss das Projekt auch mal für einen Tag ruhen.

Zum Glück haben sich solche Notfälle auf ein Minimum beschränkt. Somit konnte ich mein Projekt mit genügend Puffer beenden, und nach der einen oder anderen Feedbackschleife auch meine Projektdokumentation abgeben. 

Übung macht den Meister

Schließlich blieb nur noch eine Sache übrig: Die mündliche Abschlussprüfung. Dies ist die allerletzte Amtshandlung, die man als Azubi vollbringt: Sobald man diese Prüfung bestanden hat, hat man die Ausbildung abgeschlossen. Das erhöht die ohnehin schon vorhandene Anspannung natürlich noch weiter. Das ist aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, da sie auch als Motivator dienen kann. Denn diese 30 Minuten Prüfungszeit machen ein Viertel der Gesamtnote aus, also genau so viel wie die Projektdokumentation.

Daher lohnt es sich, die Präsentation bis ins kleinste Detail zu optimieren, zu verschönern und zu üben, bis man sie trotz der großen Aufregung souverän vortragen kann. Auch hierbei ist das Kollegium eine große Hilfe, indem sie sich als Publikum für einen Probevortag anbieten, Optimierungspotential aufzeigen und überlegen, was für Fragen die Prüfenden später stellen könnten. Besonders wegen den vielseitigen Hintergründen der Mitarbeitenden, von Informatikern bis Marketing-Expertinnen, ist dieses Feedback hilfreich: In der Prüfung weiß man vorher auch nicht, welchen Hintergrund die Prüfenden haben und worauf sie ihren Fokus daher setzen werden.

Die Stunde der Wahrheit

Und dann kam der Tag der Prüfung; und am Ende lief alles, wie so oft, deutlich besser als befürchtet: Die Prüfenden waren freundlich und sorgten für eine angenehme Prüfungsatmosphäre. Auch die Technik funktionierte einwandfrei, sodass der mitgebrachte USB-Stick mit der Präsentation, der zweite Laptop und auch der selbst mitgebrachte Beamer eingepackt bleiben konnten. Und auch die Fragen waren zwar teils knifflig, aber nicht zuletzt wegen der guten Vorbereitung keine großen Überraschungen.

Als mir jedoch der Prüfer den größten Fehler in meiner Prüfung nannte, musste selbst ich lachen: Vor lauter Aufregung hatte ich nicht gemerkt, dass ich mich mitten vor den Bildschirm gestellt und somit die Sicht der Prüfenden verdeckt habe. Das war zwar ärgerlich, aber nicht weiter tragisch, denn nichtsdestotrotz erhielt ich direkt die Bescheinigung für meine mit „Sehr gut“ bestandene Prüfung. Und plötzlich war ich kein Azubi mehr! 

Und dann?

Glücklicherweise stand am Tag nach meiner Prüfung das gleiche an wie an 884 Tagen zuvor: Ich ging zur Arbeit in einem Job der mir Spaß macht, mit Kolleg:innen die sich nach 3 Jahren Ausbildung wie weit mehr als „nur“ Kolleg:innen anfühlen.

Nun gut, eine Sache war dann doch anders: Mein Arbeitsplatz war schöner geschmückt als sonst.